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Einreise Indien: Visum, Regeln und Tipps für deine Reise

Ohne Visum geht in Indien nichts – aber zwischen e-Visum, E-Arrival Card und Botschaftsvisum lauern genug Fallen. Ich bin zweimal hineingetappt, damit du es nicht musst.

Einreise Indien: Visum, Regeln und Tipps für deine Reise

Einreise Indien: der Weg durch den Visa-Dschungel

55 Euro. So viel hat mich mein erstes Indien-Visum gekostet, und ich habe es damals an einem Sonntagabend um 23 Uhr von der Couch aus beantragt. Drei Tage später lag die Genehmigung im Postfach. Klingt einfach, oder? Ist es auch, wenn man weiß, wo die Fallen liegen. Denn zwischen e-Visum, E-Arrival Card und dem klassischen Papier-Visum gibt es genug Möglichkeiten, sich selbst ein Bein zu stellen. Ich habe das geschafft. Zweimal.

Wer als Deutsche oder Deutscher nach Indien reist, braucht immer ein Visum. Ein Visum bei der Ankunft existiert nicht, das ist der wichtigste Satz dieses Artikels. Alles andere baut darauf auf.

Wichtige Erkenntnisse

  • Ohne Visum geht nichts, auch nicht für einen kurzen Urlaub oder einen Transitaufenthalt über die Grenzkontrolle hinaus.
  • Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein und mindestens zwei freie Seiten haben.
  • Die E-Arrival Card ist kostenlos und wird online ausgefüllt, unabhängig davon, welches Visum du hast.
  • Das e-Visum gibt es in mehreren Kategorien, unter anderem für Tourismus, Geschäft und medizinische Behandlungen.
  • Kinder brauchen ein eigenes Visum und ein eigenes Dokument, auch wenn sie im Pass der Eltern mitgeführt werden.
  • Bei Transit ohne Grenzübertritt brauchst du kein Visum, bei einem Stopp mit Ausstieg schon.

Visum für Indien: welche Wege es gibt

Zwei Türen führen nach Indien. Die eine heißt e-Visum und ist digital, die andere ist das klassische Visum über die indische Botschaft in Berlin oder die Generalkonsulate in Frankfurt und München.

Das e-Visum: schnell, aber nicht für jeden Fall

Das e-Visum beantragst du auf der offiziellen Regierungsseite. Achtung: Bei Google tauchen Dutzende Agenturen auf, die dasselbe Formular für 80 bis 120 Euro Aufschlag verkaufen. Ich habe für meinen letzten Antrag 40 US-Dollar für die 30-Tage-Touristenkategorie gezahlt, plus eine kleine Kreditkartengebühr. Über einen Vermittler hätte derselbe Antrag locker das Doppelte gekostet.

Die Kategorien unterscheiden sich vor allem in Gültigkeit und Aufenthaltsdauer. Grob sieht das so aus:

Kategorie Aufenthalt Gültigkeit Gebühr (Richtwert)
Tourismus, kurz 30 Tage ab Einreise einmalig rund 25 US-Dollar
Tourismus, lang 90 Tage pro Einreise 1 Jahr, mehrfach rund 40 US-Dollar
Geschäft 180 Tage pro Einreise 1 Jahr, mehrfach rund 80 US-Dollar
Medizinisch 60 Tage dreifach rund 80 US-Dollar

Die genauen Beträge ändern sich. Prüf sie immer direkt auf der offiziellen Seite, bevor du zahlst. Wer sich auf Forenbeiträge von 2022 verlässt, wundert sich sonst an der Kasse.

Wann das klassische Visum die bessere Wahl ist

Es gibt Fälle, in denen das e-Visum nicht funktioniert. Wenn du länger als ein Jahr bleiben willst, wenn du als Journalist arbeitest oder wenn du einen festen Job in Indien aufnimmst, brauchst du das reguläre Visum über die Botschaft. Das dauert länger, oft zwei bis drei Wochen, und du musst deinen Reisepass physisch einschicken.

Ich habe einmal einen Kollegen begleitet, der für eine Reportage nach Delhi musste. Sein e-Visum-Antrag wurde abgelehnt, weil sein Reisezweck unter die Journalistenregelung fiel. Er musste neu beantragen, klassisch, mit Einladungsschreiben. Zwei Wochen Verzögerung. Das war ein teurer Lernprozess.

E-Arrival Card: der unterschätzte Schritt

Seit einigen Jahren verlangt Indien zusätzlich zum Visum eine elektronische Einreisekarte. Sie heißt E-Arrival Card und ist kostenlos. Trotzdem vergessen sie erstaunlich viele Reisende, weil sie glauben, das Visum reiche.

E-Arrival Card: der unterschätzte Schritt
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Wie und wann du sie ausfüllst

Die Karte füllst du online aus, in der Regel innerhalb von 72 Stunden vor deiner Ankunft. Du brauchst dafür:

  1. deine Passdaten, exakt wie im Dokument
  2. die Visumnummer
  3. Flugnummer und Ankunftsdatum
  4. eine Adresse in Indien, auch wenn es nur das erste Hotel ist

Nach dem Absenden bekommst du eine Bestätigung. Die speicherst du, am besten als Screenshot und als PDF. Bei der Einreise wird sie oft gescannt, manchmal reicht die Handyansicht, manchmal will der Beamte Papier. Ich drucke sie inzwischen immer aus. Das kostet nichts außer einem Blatt.

Was passiert bei Fehlern? Solange die Angaben grob stimmen, ist das meist unproblematisch. Ein vertauschtes Buchstaben im Nachnamen kann aber für Diskussionen sorgen. Also: zweimal lesen, dann abschicken.

Einreise Indien Kosten: womit du wirklich rechnen musst

Die Visumgebühr ist nur ein Teil. Was viele nicht auf dem Schirm haben: Je nach Kategorie und Antragsweg kommen weitere Posten dazu.

  • Visumgebühr selbst, je nach Kategorie zwischen rund 25 und 100 US-Dollar
  • Agentur-Aufschlag, falls du einen Vermittler nutzt, oft 50 bis 100 Euro extra
  • Passfotos, sofern für die klassische Variante verlangt, ein paar Euro beim Fotografen
  • Versandkosten für das Einschicken des Passes, wenn du den Postweg wählst
  • und Zeit. Die ist in keinem Formular vermerkt, aber sie ist der größte Kostenfaktor.

Meine Regel: Wer nur eine normale Urlaubsreise plant, fährt mit dem e-Visum am günstigsten. Wer längerfristig plant oder einen speziellen Zweck hat, nimmt den offiziellen Weg über die Botschaft und kalkuliert mehr Zeit ein.

Was das Auswärtige Amt und der ADAC sagen

Ich schaue vor jeder Reise auf die Seite des Auswärtigen Amtes. Nicht, weil da alles steht, sondern weil sich die Sicherheitshinweise für einzelne Regionen ändern. Für Teile von Jammu und Kaschmir, für einige Grenzregionen und für bestimmte Bundesstaaten im Nordosten gibt es weiterhin Reisewarnungen oder Teilreisewarnungen.

Was das Auswärtige Amt und der ADAC sagen
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Der ADAC informiert vor allem zu Verkehr und Führerschein. Wer in Indien selbst fahren will, braucht neben dem deutschen Führerschein einen internationalen Führerschein. Das wird oft vergessen und fällt dann erst am Mietwagenschalter auf.

Beide Quellen sind nützlich, aber keiner ersetzt die offizielle Visumseite. Die ist und bleibt die einzige Instanz, die über die Einreise entscheidet.

Einreise Indien Transit: wann du kein Visum brauchst

Hier wird es knifflig. Bleibst du am Flughafen im Transitbereich, ohne die Grenzkontrolle zu passieren, brauchst du kein Visum. Verlässt du den Transitbereich, auch nur für ein paar Stunden, brauchst du eines.

Konkret: Ein Flug Frankfurt nach Bangkok mit Zwischenstopp in Delhi, bei dem du im Flughafen bleibst, ist unproblematisch. Derselbe Flug mit einem geplanten Ausflug in die Stadt ist es nicht.

Ich habe das einmal fast falsch gemacht. Mein Anschlussflug hatte acht Stunden Verspätung, und ich wollte kurz raus. Ohne Visum wäre das nicht gegangen. Zum Glück hatte ich noch ein gültiges e-Visum aus einer früheren Reise, das zufällig noch aktiv war. Reines Glück, kein Plan. Dieses Glück solltest du nicht herausfordern.

Kinder und Minderjährige: ein eigener Fall

Kinder brauchen ein eigenes Visum, auch wenn sie im Pass eines Elternteils eingetragen sind. Reist ein Kind allein oder nur mit einem Elternteil, kann zusätzlich eine Einverständniserklärung des anderen Elternteils verlangt werden. Diese Reisevollmacht sollte notariell beglaubigt sein, am besten auf Englisch.

Kinder und Minderjährige: ein eigener Fall
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Ich habe auf einer früheren Reise erlebt, wie eine Familie am Schalter stand und diskutierte, weil die Mutter allein mit den Kindern unterwegs war und keine Vollmacht dabei hatte. Es ging am Ende gut aus, aber nur mit viel Geduld und Telefonaten. Willst du das nach einem Langstreckenflug? Wohl kaum.

Häufige Fragen zur Einreise nach Indien

Brauche ich als Deutscher ein Visum für Indien?

Ja. Für deutsche Staatsangehörige besteht Visumpflicht, ein Visum bei der Ankunft gibt es nicht. Du musst es vor der Reise beantragen.

Wie lange muss mein Reisepass gültig sein?

Mindestens sechs Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus. Zusätzlich werden meist mindestens zwei freie Seiten im Pass verlangt.

Reicht das e-Visum für jede Reise?

Nein. Für kurze touristische Aufenthalte ja, für längere Aufenthalte, Arbeit, Studium oder bestimmte journalistische Tätigkeiten nein. In diesen Fällen läuft der Weg über die Botschaft.

Was passiert, wenn ich die E-Arrival Card vergesse?

Theoretisch kannst du sie teils noch am Flughafen ausfüllen, oft per Terminal. Verlass dich aber nicht darauf, vor allem nach langen Nachtflügen und bei großem Andrang. Mach sie vorab online. Es dauert fünf Minuten.

Mein Fazit aus zu vielen Anträgen

Indien ist kein Land, das man spontan ohne Vorbereitung bereist. Nicht wegen der Bürokratie an sich, sondern weil die Bürokratie Fehler nicht verzeiht.

Planst du deinen ersten Antrag, nimm dir einen ruhigen Abend. Sorg für einen gültigen Pass, ein digitales Foto und die Adresse deiner ersten Unterkunft. Beantrage das e-Visum, drucke die Bestätigung aus, füll die E-Arrival Card am Tag vor dem Flug.

Was mich beim ersten Mal am meisten überrascht hat: Es ist gar nicht der Papierkram, der nervt. Es sind die Sekunden an der Grenze, wenn der Beamte den Stempel sucht und du innerlich betest, dass alles passt. Mit sauberer Vorbereitung dauert dieser Moment genau drei Sekunden. Und dann bist du da.

Julian Berger

Julian Berger

Julian Berger arbeitet seit über zehn Jahren als Journalist. Zu seinen thematischen Schwerpunkten zählen die Berichterstattung über allgemeine politische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie die Analyse von Finanz- und Immobilienmärkten. Daneben publiziert er Beiträge zu frauenspezifischen Themen und Modetrends.

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